Dienstag, 20. Februar 2018

Helikopterflug, Paragleiten (2016) - und wie geht es weiter?

Liebe Fans und FreundInnen der WaghalSIG!

Zunächst möchte ich mich bei allen entschuldigen, dass es mit dem Verfassen des aktuellen Berichts bis jetzt gedauert hat. Das lag an mehreren Faktoren, auf die ich im Anschluss kurz eingehen werde.

Im Jahr 2016 hat es die WaghalSIG geschafft, zwei Veranstaltungen zu organisieren.

Helikopterflug Klosterneuburg

Dass dieser Ausflug zustande gekommen ist, haben wir in erster Linie dem Zufall zu verdanken. Ich wurde von meiner Freundin Melike gefragt, ob ich zum Festival Rock in Vienna gehen möchte. Ein anderer Freund von mir, Andreas aus Deutschland, wollte das Festival auch besuchen, und als Dank für meine Gastfreundschaft bekam ich netterweise von ihm das Tagesticket für Sonntag spendiert. Als Headliner spielten Iron Maiden. Als Melike und ich Iron Maiden zusahen, sprach mich auf einmal ein netter Festivalbesucher namens Eddie an. Wenig später unterhielten wir uns über lauter interessante Sachen und es stellte sich heraus, dass Eddie in seiner Freizeit Hubschrauberpilot ist. Als WaghalSIG-Leiterin musste ich natürlich sofort fragen, ob man mitfliegen dürfe... und das war tatsächlich möglich. Zusätzlich war das praktisch für Eddie, da er Flugstunden am Helikopter sammeln wollte, um eines Tages in Kalifornien mit dem Hubschrauber Waldbrände löschen zu dürfen.

Ein paar Gespräche später sammelte sich eine Schar an waghalSIGen Mensanern (Sabine mit Familie als Zuseher, Helga, Martin und Eva-Maria) am Flugplatz in Klosterneuburg. Eddie, bestens gelaunt, war bereits vor Ort. Bereits vor Flugbeginn wurde mir zum ersten Mal mulmig: Martin und Eva-Maria saßen angeschnallt im Helikopter, aber der Motor starb nach dem Anstarten immer wieder ab... (O-Ton Martin: "jetzt weiss ich, wieso die SIG WaghalSIG heisst...") Nach einer kurzen Pause, in der Helga und ich die Rehe neben dem Flugfeld beobachteten war auch dieses Problem gelöst und der Helikopter erhob sich sanft in die Lüfte. Etwa eine halbe Stunde später - Martin und Eva-Maria hatte es sehr gut gefallen - durften Helga und ich im Hubschrauber Platz nehmen, wobei ich mich für den mittleren Sitz entschied.



Als Erstes fiel mir auf, dass der Ausblick fast vollständig verglast ist und man damit eine fabelhafte Aussicht auf die Umgebung hat. Das Zweite, was man in einem Hubschrauber merkt, ist, dass es sehr laut wird, sobald der Motor läuft. Deshalb wurden wir mit Kopfhörern und einem Headset versorgt, um während des Fluges mit Eddie kommunizieren zu können und seine Kommandos zu verstehen. Die Sonne wärmte das Cockpit. Während ich mir fasziniert alle Steuerelemente ansah, ging Eddie die Routinen durch, erhielt eine Starterlaubnis - und schon bald waren wir in den Lüften. Unter uns hatten wir eine traumhafte Aussicht. Von Krems aus flogen wir über die Wachau bis zum Stift Melk und wieder retour zum Ausgangspunkt. Ich hatte erwartet, dass es bei der Landung vielleicht etwas rumpeln würde - aber Eddie machte eine punktgenaue, sehr sanfte Landung. Ich war sehr beeindruckt, dass man mit einem Helikopter so präzise landen kann. Nach der Landung liessen wir das Erlebte bei einem herzhaften Mittagessen Revue passieren. Wer gerne einmal mit einem Hubschrauber fliegen möchte, sollte dies definitiv ausprobieren. Interessenten können sich bei mir melden (quaksi4@gmail.com), dann kann ich eventuell einen direkten Kontakt vermitteln, wodurch der Flug etwas günstiger wird.

Paragleiten Gerlitzen

Nach einem gescheiterten Paragleit-Versuch aufgrund von schlechtem Wetter an der Hohen Wand beschlossen wir diesmal, das Paragleiten auf der Gerlitzen nachzuholen. Die Wiener Abteilung bestehend aus Alex und Gwen war am Vortag angereist und wurde durch Lokalmensaner Fritz sowie der mit Abstand jüngsten WaghalSIG-Teilnehmerin Paulina (am Tag des Fluges zehn Jahre alt) komplettiert. Neben den Piloten waren auch Paulinas Eltern sowie Maja und Silvia vor Ort. Zunächst fuhren wir mit der Ausrüstung am Rücken mit dem Sessellift auf die Gerlitzen, wo wir uns ein schönes Plätzchen für den Abflug aussuchten. Dabei gibt es ein paar Regeln - zum Beispiel muss man aufpassen, nicht in unmittelbarer Nähe der Seilbahn loszufliegen. Man bekommt eine kletterähnliche Ausrüstung sowie einen  Helm, und auch eine GoPro wird mitgenommen. Mein Pilot Bernhard erklärte mir ein paar wichtige Dinge, während ich Minute für Minute aufgeregter wurde, weil ich gleich in die Lüfte abheben würde! Der Schirm lag bereits ausgebreitet auf der Wiese, und wir warteten auf eine günstige Strömung. Am wichtigsten ist als Tandempassagier die Fähigkeit, auf Kommando so rasch wie möglich loszulaufen, damit man schnell in die Lüfte kommt. 



Auf einmal: "LOS!!!" Der Schirm stellte sich in der Luft auf, und Bernhard und ich rannten möglichst zackig los - was gar nicht so einfach ist, da man ja beim Laufen mit dem Geschirr miteinander verbunden ist. Nach etwa zwanzig Metern war der Hügel schliesslich aus und - wir waren in der Luft!
Maja hat dies auch filmisch festgehalten. Hier geht es zum Video auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=3lzqwoytebk



Es ist ein wunderbares Gefühl, in der Luft zu schweben, oder der schönste Sitzplatz der Welt. Rundherum und unter uns grünes Alpenpanorama, soweit das Auge reicht, frische Luft und Sonne. Natürlich flogen wir auch einige Kurven. Für schwächere Mägen ist das am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, weil man die Fliehkräfte stark spürt - aber es ist ein tolles Erlebnis. Hier kann man meinen Flug auf YouTube sehen: https://www.youtube.com/watch?v=uBSWPvNEGCI

Leider konnten wir nicht ewig in der Luft bleiben, sondern mussten irgendwann landen. Bernhard steuerte zielsicher auf die Landewiese zu, und nach einem souveränen Anflug liefen wir ein paar Schritte auf der Erde... und waren auf der grünen Wiese gelandet! Alles war gut gegangen, und als besondere Krönung des Abenteuers wartete Silvia auf uns und versorgte die tapferen Piloten mit selbstgemachtem Zirbenlikör, der ausgezeichnet schmeckte. Auch das anschliessende Mittagessen war köstlich und ein schöner Abschluss der vorläufig letzten WaghalSIG-Unternehmung.



Wie geht es weiter? NachfolgerIn gesucht!

Vielleicht habt ihr euch gefragt, wieso es um die WaghalSIG so lange ruhig war. Das liegt vor allem daran, dass 2017 ein stressiges Jahr für mich war. Ich habe das Motto der WaghalSIG sozusagen auf mein Privatleben angewendet, meine Stelle als Doktorandin an der TU Wien gekündigt, mein Doktoratsstudium abgebrochen und bin nach Schweden gezogen, wo ich als Museumsguide im Birgit Nilsson Museum angefangen habe. Danach bin ich von Båstad in Südschweden nach Sälen im tiefsten Dalarna gezogen, wo in der Mittagspause die Elche am Büro vorbeispazieren (kein Schmäh, das ist tatsächlich passiert). Im Dezember habe ich ein Monat lang in Skåne als Deutschlehrerin an einer Schule für 13- bis 15-Jährige mein Glück versucht. Danach bin ich - auch das waghalsig - zu meinem Freund Einar aus Island in Göteborg gezogen, den ich im August 2017 kennengelernt hatte und mit dem ich erst seit Mitte November 2017 zusammen bin... Aktuell arbeite ich als Werbetexterin sowie Copywriterin und übersetze Texte. Vor allem aber ist mein aktuell wichtigstes Ziel, ein Musikalbum zu machen (Genre: Futurepop/Synth) - als totaler n00b. Das wird sicher total interessant... Da ich in Göteborg wohne und mein Freund eine Tochter hat, die in Göteborg zur Schule geht, habe ich beschlossen, bis auf Weiteres hier zu bleiben und bin zu Mensa Schweden gewechselt, wo ich - sofern mir ausreichend Zeit bleibt und Interesse besteht - die WaghalSIG gerne als våghalSIG weiterführen würde, wobei der Name praktischerweise genau dasselbe wie auf Deutsch bedeutet. 

Das bedeutet auch, dass die WaghalSIG Österreich eine/n Nachfolger/In sucht! Wenn du bisher gerne die Neuigkeiten der WaghalSIG gelesen hast und in Zukunft gerne Events veranstalten würdest, würde ich mich riesig freuen, die WaghalSIG in deine Hände zu legen. Natürlich stelle ich gerne mein Know-how und eine SIGHT Unterkunft für alle österreichischen Mensaner im wunderschönen Göteborg zur Verfügung. Bei Fragen bin ich jederzeit auf quaksi4@gmail.com erreichbar.

  
          

Freitag, 15. Januar 2016

Bodyflying bei Wind-o-bona, Jahresrückblick 2015 und Ausblick auf 2016

Die letzte WaghalSIG-Veranstaltung des Jahres 2015 war Bodyflying im Wiener Prater. Etwas verspätet folgt nun der Bericht.

Seitdem bekannt gewesen war, dass Wind-o-bona in Wien eine Filiale eröffnen würde, war klar, dass die WaghalSIG das gerne ausprobieren würde. Die Eröffnung wurde immer wieder nach hinten verschoben. Umso größer war dann die Freude im November, als sich eine kleine Gruppe WaghalSIGe zum Austesten des Windkanals traf. Ivana, Blanka, Willi, Nilber und Gwen - Achterbahnexperte Alex war kurzfristig krankheitsbedingt leider ausgefallen - durften nun jeweils zwei Minuten im Windkanal fliegen.

Die Anmeldung verlief ohne Probleme und beinhaltete das Ausfüllen der üblichen Formalitäten. Ein Fluglehrer fliegt mit den Neulingen. Er muss wissen, ob z. B. gewisse Probleme mit der Wirbelsäule oder andere medizinische Beschwerden vorliegen, die den Teilnehmer gefährden könnten. Auch Schwangere und Personen, die über 120 kg wiegen, dürfen nicht fliegen. Kinder dürfen ab acht Jahren Windkanalluft schnuppern. Für Action-Familien ist das toll, da die Altersbeschränkungen bei anderen adrenalinreichen Aktivitäten in der Regel wesentlich höher sind - viele Aktivitäten kann man z. B. erst ab 16 oder 18 Jahren ausüben.

Die Wartezeit überbrücken wir, indem wir dem Warm-up von erfahrenen Windkanalfliegern zusehen. Ihre Manöver sind äußerst beeindruckend! Wie ein Gecko laufen sie mit Hilfe des Luftstromes die Wände hinauf, drehen sich, gehen wieder abwärts, zeigen andere Manöver... es ist faszinierend, ihnen zuzusehen!

Nun bekommen wir eine Einschulung von unserem Instruktor Pieter aus Belgien. Da es im Windkanal sehr laut ist, wird alles Wichtige im Vorhinein erklärt. Pieter zeigt uns die optimale Flughaltung und wichtige Zeichencodes wie Beine durchstrecken oder Beine beugen. Ich übersetze für Ivana.

Nachdem alle Fragen geklärt sind, bekommen wir unsere Ausrüstung: spezielle Fluganzüge, einen Helm, eine Brille sowie einen Gehörschutz. Die Anzüge fühlen sich sehr bequem an. Das Tragen von Kontaktlinsen ist kein Problem. Wir erfahren, dass wir jeweils zwei mal eine Minute fliegen werden. Pieter sammelt uns ein - ab in den Windkanal!

Der Windkanal befindet sich in einer Art Glasturm, unter dem ein Ventilator für den nötigen Luftstrom sorgt. Direkt angrenzend ist eine Kontrollkammer, in der ein Techniker den Luftstrom regelt: Je nach Gewicht und Können des Teilnehmers muss dieser immer wieder angepasst werden. 

Wir betreten einen Gang, der mit Sitzbänken ausgestattet ist. Am Ende des Ganges befindet sich der Eingang zum Windkanal, dessen Türrahmen gepolstert ist. Beim Hineingehen werfe ich einen interessierten Blick auf den Kontrollraum samt Techniker und vielen bunt leuchtenden Knöpfen. Langsam wird die Aufregung größer. Wir bestimmen eine Reihenfolge. Alle außer dem ersten Piloten nehmen auf der Sitzbank Platz.

Pieter geht mit dem ersten Piloten in den Windkanal. Er führt diesen, stabilisiert seine Lage in der Luft und gibt ihm mit Zeichen Anregungen und Tipps. Der erste Pilot hat etwas Flugerfahrung und kann sich daher schon z.B. im Flug drehen und seine Flughöhe steuern. Ob wir das auch so hinbekommen werden? Von der Bank sehe ich den Piloten aus unserer Gruppe zu. Alle schlagen sich ziemlich gut!

Schließlich darf ich selbst fliegen! Ich betrete den Windkanal, während mich Pieter zur Stabilisierung hält. Es ist gar nicht so einfach, die Balance zu halten! Man muss Körperspannung haben und die Balance halten. Ich drehe mich unabsichtlich etwas hin und her. Ich versuche, mich auf Pieters Anweisungen zu konzentrieren. Die Minute ist erstaunlich schnell vorbei. Pieter führt mich zum Türrahmen, an dem ich mich mit den Armen anhalte, bevor ich mit den Beinen auf den Füßen lande und den Kanal verlasse. Zum Glück habe ich noch einen Versuch.

Bei meiner zweiten Flugminute habe ich schon ein etwas besseres Gefühl für meine Balance im Windstrom. Schwer ist es vor allem, die Beine ruhig zu halten - als Triathlet bin ich das beim Kraulen anders gewohnt. Das Gefühl selbst ist dem Schwimmen sehr ähnlich. In der Luft merkt man jeden kleinen Haltungsfehler noch viel mehr, da jede Bewegung eine große Auswirkung auf die eigene Position in der Luft hat. Pieter zeigt mir an, dass ich lächeln soll. Wenn man versucht, sich auf alle Vorgänge im Windkanal zu konzentrieren, ist das gar nicht so einfach. Diesmal liege ich schon stabiler in der Luft, aber auch die zweite Minute ist leider sehr rasch vorbei.

Nach dem Umziehen bekommen wir alle ein Flugzertifikat, auf dem unsere erreichten Ziele angekreuzt wurden. Allen hat es Spaß gemacht. Die Spannung beim Fliegen zu halten, ist allerdings auch recht anstrengend - Untrainierte spüren ihre Muskeln recht schnell, und es wird einem dabei auch warm. Zum Abschluss bekommt Cristiano, der für das Fliegen leider noch zu jung war, eine Fahrt auf einem nahegelegenen Karussell im Prater.

Fazit: Bodyflying ist eine sehr kurzweilige und lustige Angelegenheit, leider aber auch sehr teuer. So zahlt man pro Flugminute 22,50 €. Wenn ich einen Goldesel zu Hause hätte, würde ich wahrscheinlich öfter fliegen. Es ist eine interessante Sportart, die Kraft im Sinne des Stabi-Trainings für Triathleten mit Koordination und räumlichem Denken vereint. Videos von unseren Flugversuchen sind auf dem WaghalSIG-YouTube-Kanal https://youtu.be/ciGgoAbN1ec?list=PLu07AS07nG09bnxz-5pVvnBuYsP1QO5iK zu sehen.

Jahresrückblick 2015

Im Jahr 2015 konnte die WaghalSIG einige spannende Veranstaltungen abhalten. Das Winterschwimmen in der Neuen Donau im Februar förderte mein Interesse an der Sportart Winterschwimmen. Bei den Österreichischen Meisterschaften im Winterschwimmen 2015 wurde ich bei offiziell 7,4 Grad, inoffiziell etwa 6,5 Grad Wassertemperatur über die Distanz von 25 m Altersklassen-Dritte sowie dritte Österreicherin. Mein nächstes sportliches Ziel ist es, die Eismeile zu schwimmen (ca. 1,8 km bei max. 5 Grad Wassertemperatur).
Im März nutzten wir das Gratis-Bungee-Angebot von Rupert Hirner in Großwilfersdorf. Im Juli versuchten wir uns am Einer-Kajak-Paddeln. Im August folgte eine Kombination von Sommerrodeln, Flying Fox und Schisprung-Simulator. Im September ging ich in einer Privat-Aktion Höhlenklettern in Budapest, was ich ebenfalls weiterempfehlen kann. Es ist wie Klettern in einer überdimensionalen Sandkiste für Erwachsene. Ich empfehle, alte Schuhe zu nehmen, da diese sehr staubig werden. Die Akustik in einer Höhle namens "Theater", sowie die absolute Stille und Dunkelheit in den Höhlen sind sehr beeindruckend.
Abschließend folgte im November das Bodyflying.
Auch heuer möchten wir möglichst viele Dinge ausprobieren. Geplant sind etwa eine Schitour, Wok im Eiskanal, möglicherweise Airboarden oder ein Schisprungkurs.
Ich freue mich immer über weitere Vorschläge und gerne auch über Hilfe bei der Organisation der Events!

Ein adrenalinreiches Jahr wünscht euch
Eure Gwen

Winterschwimmen ... 1
Bungee ... 4
Einer-Kajak ... 2
Schwerelos in Salzburg... 5
Bodyflying ... 5

Montag, 10. August 2015

Schwerelos in Salzburg: Flying Fox XXL, Schispringen und Sommerrodeln

Am Samstag, den 8. 8. 2015, traf sich eine motivierte Gruppe, um Salzburg am Wochenende adrenalinreich zu erkunden: Organisator Alex, Michelle, Sandra, Raphaela und als Repräsentantin für die WaghalSIG Gwen.

Topmotiviert starten wir von Leopoldau und machen uns auf den Weg zu unserem Hostel in Obertrum. Chauffeur Alex - im Folgenden von den Mädels liebevoll "Johann" genannt ;-) - bekam dabei gleich ein Gratis-Fahrsicherheitstraining: Man sah, wie sich eine Gewitterfront vor uns zusammenbraute. Kurz nach den ersten Blitzen fing der sintflutartige Regen an. Bald herrschte Aquaplaning-Gefahr, und das Befahren von Rillen generierte eindrucksvolle Spritzfontänen. Wir tankten und genossen bei diesem Zwischenstopp die Abkühlung. Gegen 22 Uhr waren wir zehn Fahrminuten vom Hostel entfernt. Laut Internet-Homepage sollten wir beim Hostel bis um 23 Uhr einchecken können, also beschlossen wir hungrig, noch einen Zwischenstopp bei einer bekannten amerikanischen Fastfoodkette einzulegen. Was einer gewissen Ironie nicht entbehrte, da ich am selben Tag den Waldviertler Eisenmann Sprint absolviert hatte, danach sofort zur Truppe gestoßen war und daher immer noch meine Vereinskleidung trug. Gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Hostel.

Das war gleich der unfreiwillige erste Adrenalinschub: Zwar fanden wir das Hostel, doch es befand sich in einem großen Gebäudekomplex und der Weg zum Eingang war in keinster Weise ausgeschildert oder beschrieben. Mitten in der Nacht irrten wir mit unseren Smartphones als Taschenlampen herum, probierten verschiedene Türen aus, fanden Wohnheim-Eingänge und eine Couch, auf der es sich Raphi am liebsten gleich gemütlich gemacht hätte. Nach langem Suchen fanden wir schließlich den Eingang, mussten aber zu unserer großen Verärgerung feststellen, dass laut Aushang vor der Tür die Rezeption nur bis 22:30 geöffnet wäre. Um 22:45 hatten wir versucht, die Rezeption telefonisch zu erreichen - ohne Erfolg, niemand hob ab. Wir waren ausgesperrt, und unser Quartier war für uns nicht nutzbar. Wir versammelten uns in Alex' Auto und besprachen die Lage. "Guerilla-Übernachten" im Wohnheim wäre eine Option gewesen. Schlafen im Auto wäre sich nicht gemütlich ausgegangen. Dank unserer Smartphones fanden wir zum Glück einige Quartiere in der Nähe, welche jedoch alle bereits ausgebucht waren... bis wir durch Zufall den Entenwirt in Seeham fanden. Dieser hatte glücklicherweise noch eine besetzte Rezeption und drei freie Zimmer. Kurz vor Mitternacht erreichten wir das Quartier. Nach einem gemütlichen Zusammensitzen bei einem Bier fielen wir gegen halb zwei in unsere Betten.

Am kommenden Tag hieß es bereits um halb sieben aufstehen, da wir an diesem Tag viel vorhatten. Wir stärkten uns bei einem ausgezeichneten Frühstück, packten unsere Sachen und der Adrenalin-Sonntag konnte beginnen! Die Salzburger Gegend ist ein Triathletenparadies - haufenweise Radwege und überall Seen, in die man nach Belieben reinhüpfen kann. Bei unserem dichten Programm ging es sich leider nicht aus, schwimmen zu gehen, obwohl unser Quartier direkt am Obertrumer See lag.

Erste Station war eine Sommerrodelbahn in Abtenau. Da ich vom Rennen am Vortag und Schlafmangel noch ziemlich k.o. war, setzte ich aus und genoss die Sonne bei einem Schläfchen auf der noch vom Tau feuchten Bergwiese, während Michelle, Sandra, Raphaela und Alex die Sommerrodelbahn ausprobierten. Die Bahn ist von einem österreichischen Hersteller und fährt auf einer Schiene. Wird man zu schnell, so wird man automatisch abgebremst. 

Nach diesem Power-Nap fühlte ich mich wieder fit, und es ging weiter zur zweiten Sommerrodelbahn in Kaprun, diesmal von einem deutschen Hersteller in einem System mit zwei Schienen. Für mich war es die erste Sommerrodelbahn! Vor ein paar Tagen war diese Bahn in den Medien, weil eine 15-Jährige dort aus Eigenverschulden verunglückt war: sie hatte sich abgeschnallt, war aus dem Sitz geschleudert worden und gegen eine Eisenstange gedonnert. 
Wenn man den Anweisungen des Personals Folge leistet, ist der Maisflitzer eine absolut sichere Bahn, die viel Spaß macht. Zunächst nimmt man im Tal in der Rodel Platz, gurtet sich an und wird mit einer Schienenkonstruktion hochgezogen. Links und rechts des Sitzes befindet sich ein Hebel: nach vorne drücken zum Beschleunigen bzw. damit man wegfährt, nach hinten drücken zum Bremsen.
Nach einer circa fünfminütigen Fahrt bin ich am Startpunkt angelangt. Vor mir ist Raphi. Ich lasse ausreichend Abstand, damit ich nicht in sie hineinkrache. Nun bin ich an der Reihe. Ich beschleunige - los geht's! Der Alpincoaster ist vom Gefühl her ähnlich wie Achterbahnen im Prater: schnelle Kurven, fast-360-Grad-Spiralen, Maximalgeschwindigkeiten von ca. 40-50 km/h (darüber wird man abgebremst). Ich brauche kurz, bis ich überreiße, dass man automatisch immer bremst, außer man drückt den Hebel nach vorne. Zwischendurch haben wir einen kurzen Stau - zwei kleinere Kinder fahren langsam und sehr vorsichtig. Nach diesem kleinen Stau geht es mit Vollgas weiter! Die Bahn ist viel zu schnell zu Ende, nach einer lustigen Fahrt sind wir am Ziel.

Der nächste Programmpunkt ist ein Highlight des Wochenendes: Flying Fox XXL in Leogang! Eine der größten Flying Fox-Anlagen in Europa: 142 m Höhe, 1,6 km Länge und Maximalgeschwindigkeiten von bis zu 140 km/h warten auf uns. Wir melden uns im Büro an, wo wir gleich unsere Wertsachen deponieren. Da Hochbetrieb auf der Anlage herrscht, gibt es leider Verzögerungen und wir können nicht zu unserer gewünschten Zeit um 13 Uhr starten. Alex bekommt eine GoPro zum Filmen seiner Fahrt. Wir bekommen den Auftrag, pro Person einen schwarzen Sack zur Flying Fox-Bergstation mitzunehmen. In diesem Sack befinden sich die Rollen, mit denen wir später talwärts fahren werden. Sandra, die zusieht und unsere Fotografin ist, nimmt ebenfalls einen Sack mit weiterem Equipment mit.
Die erste Challenge ist, mit den großen Säcken erfolgreich durch das Drehkreuz zu steigen und anschließend in die Leogang-Asitzbahn einzusteigen. Nach leichten Schwierigkeiten haben wir es geschafft! Auch das Aussteigen funktioniert irgendwie. Die Säcke sind ziemlich schwer. Wir begeben uns von dem Ausstieg der Seilbahn zur Flying-Fox-Bergstation, wo wir sie deponieren. Anschließend bekommen wir eine Sicherheitseinschulung: Wir lernen, dass wir unsere Arme während der Fahrt wenn, dann nur symmetrisch ausbreiten sollen, weil es sein kann, dass die Seilführung ansonsten zu schlackern beginnt. Außerdem ist es wichtig, kurz vor dem Abbremsen den Körper anzuspannen und den Kopf zu senken, da man von etwa 80 km/h abgebremst wird und sonst das Rückgrat Schaden nehmen könnte.
Alex, Raphi, Michelle und ich bekommen eine Art "Kochschürze mit Klettergurten" umgeschnallt und setzen uns einen Helm sowie eine Schibrille auf. Mit dem knallblauen Helm sehe ich aus wie ein fröhlicher Mistkäfer. Alex kommt als Erster von unserer Gruppe dran, und bald geht es auch für mich ans Eingemachte. Ich betrete die Flying-Fox-Bergstation, erkundige mich, wo ich die Schutzhaltung einnehmen soll - kurz vor den zwei Säulen, bei denen man in der Talstation abgebremst wird. Ich werde angehängt und lege mich in die "Schürze" hinein. Vorne an meiner Schürze hängt eine Art Stufe einer ehemaligen Strickleiter. Diese wird vom Betreuer hochgehoben, und ich steige mit beiden Füßen hinein, sodass ich in der Kochschürze in gestreckter Position liege, die hinten mit den Füßen in der "Strickleiterstufe" abschließt. Ich teile dem Betreuer mein Gewicht mit - 62 kg, wobei ich als Naturwissenschaftler stark versucht bin, 620 Newton zu sagen, weil es sich bei den kg genaugenommen ja um Masse handelt ;) -, welches er per Funk an die Talstation durchsagt. Er montiert ein meinem Gewicht entsprechendes Trapezsegel über meinem Kopf, damit ich nicht zu schnell beschleunige. Die Startfreigabe wird erteilt, ich werde gefragt, ob ich bereit bin, und... los geht's!

Ein fliegender Fuchs vor dem Start

Das Gefühl ist herrlich! Die wunderschöne Leoganger Bergwelt, die Wälder und Bergwiesen zischen unter mir vorbei. Der Wind bringt angenehme Kühlung. Wunderschönes Gefühl, da hinabzusausen!  Die Arme breite ich nicht aus, weil ich keine Geschwindigkeit verlieren will. Ich lasse sie am Körper angelegt und zische wie Superman bergab durch die Landschaft! Viel zu früh ist es auch schon wieder aus, die beiden Säulen kommen immer näher. Ich baue Körperspannung auf, neige meinen Kopf nach vorne wie einen Rammbock, fliege durch die Säulen und - rumms! - werde schlagartig abgebremst. Ich fliege noch ein bisschen in den "Auslauf" und werde zur Plattform zurückgeholt. Der nette Betreuer sagt mir, dass ich aussteigen darf. Ich werde von meinem Geschirr losgelöst. Erfolgreich gelandet! Die Plattform fährt mit Knopfdruck nach unten und ich gehe zum zweiten Betreuer, der mich von meinem Klettergeschirr befreit. Es war so schön, dass ich am liebsten noch einmal fahren würde! Aufgrund zeitlicher Überlegungen entscheiden wir schweren Herzens, es bleiben zu lassen. 
Mit einem Shuttlebus treten wir die Fahrt zur Talstation an, bei der wir unsere Urkunden erhalten und ein Erinnerungsfoto aufnehmen. Alex und Sandra schauen sich den Leoklang an, eine herzige Mini-Rodelbahn mit 300 m Länge. Währenddessen stärken sich Raphi, Michelle und ich und genießen die Gischt am Ausgang des Mountainbiker-Parks.

Stolze Flying Fox-Bezwinger: Raphi, Gwen, Michelle und Alex

Das Nachmittagsprogramm beginnt mit einer Sommerrodelbahn in Biberg, die Raphi und ich auslassen. Sandra, Alex und Michelle stürzen sich nach längeren Wartezeiten mutig mit ihren Rodeln in die Plastikwanne, was ich auf Fotos festhalte. Diese Bahn ist schon älter und wird möglicherweise bald umgebaut. Interessant auch, dass viele Gäste aus dem arabischen Raum und viele orthodoxe Juden hier die Bahn ausprobieren.

Aus der Kategorie "Ridiculously photogenic people": Michelle beim Sommerrodeln

Schließlich kommen wir zur letzten und möglicherweise genialsten Attraktion des Wochenendes: dem Skiflyer in Höhnhart. Vor etwa fünf Jahren hat ein findiger Wirt hier einen Schisprung-Simulator gebaut. Nach einer durch Stau bedingten leichten Verspätung kommen wir bei der Mostschenke an. Der Hausherr nimmt uns mit zum Sprungturm. Unten am Turm ist ein kleines Häuschen, wo wir unsere Sachen deponieren. Es ist ein eigenartiges Gefühl, auf den Sprungturm zu steigen. Vage kann man nachvollziehen, wie sich die Profi-Schispringer fühlen müssen, wenn sie ihren Weg zum Sprungturm zurücklegen. Oben auf dem Turm, oberhalb des Absprunges, bekommen wir eine kurze Sicherheitseinschulung. Wir lernen, dass wir uns vom "Zitterbalken" kräftig abstoßen sollen, auf der Schanze in der Hocke bleiben sollen und danach die Schi nach oben holen, damit wir ein schönes V machen können und ein gutes Flugerlebnis haben.

Vor dem Absprung: Michelle, Alex, Gwen und Raphi in der Abendsonne

Wir werden mit Klettergurten ausgestattet. Alex darf beginnen. Die Sprünge gelingen uns unterschiedlich gut. Alex macht sein V ein bisschen klein. Nach 200 m landet er sicher auf der Matte. Raphi springt als Zweite. Ihr Sprung wird sogar vom Betreuer gelobt. Auch sie landet sicher. Anschließend bin ich an der Reihe. Die Anspannung steigt!
Zunächst werde ich an die Ketten der Konstruktion mit dem Klettergurt angehängt. Anschließend steige ich in die - echten - Schisprungschi ein, welche genialerweise mit einer Snowboard-Schnellverstellbindung modifiziert worden sind. So kann man alle beliebigen Schuhgrößen gut befestigen. Die Schi sind angeschnallt - nun darf ich auf dem Zitterbalken Platz nehmen. Ein eigenartiges Gefühl! 
Wenig später kommt auch schon das Kommando: "3, 2, 1, ab!" Bei "ab" stoße ich mich vom Balken ab - etwas zu sanft, wie ich später merke. Ich fahre nicht gut in der Schanzenspur, stehe aber brav in der Hocke. Der Absprung gelingt mir dafür relativ gut, und mit einem V - das noch eine Spur breiter hätte sein können, die Schi waren noch gekreuzt - segle ich nach unten. Da sehe ich auch schon die Matte: Schi anheben und zusammengeben. Eine Telemark-Landung wird es nicht - ich berühre den Boden und kippe etwas ungeschickt vornüber. Leider haben wir keine Jury-Schilder, mit denen wir Haltungsnoten vergeben hätten können. :-) 
Zuletzt ist Michelle an der Reihe. Auch ihr gelingt der Sprung recht gut, nur ist sie in der Luft etwas instabil und pendelt ein bisschen von einer Seite zur anderen. Unser gemeinsames Fazit lautete schließlich: Wir üben alle brav und kommen bald wieder! Es hat Riesenspaß gemacht und war fast noch lustiger als Flying Fox XXL.

Gwen's erster Schisprung. An der Technik muss ich noch arbeiten, aber für das erste Mal passt es :)

Da die Mostschenke praktischerweise auch ein Gasthaus ist, lassen wir bei einer Brettljausn und traumhaft schönem Ausblick über die Höhnharter Wälder und Hügel bei Sonnenuntergang den Abend ausklingen.

Alex, Raphi und Sandra auf der Terrasse der Mostschenke

Idyllischer Blick auf den Sprungturm von der Mostschenke

Anschließend folgt die Heimreise nach Wien. Chauffeur Alex meistert auch diese ausgezeichnet. Da keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr fahren, liefert er uns alle direkt zu Hause ab. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Alex Brantner für die Organisation und das Autofahren!

Weitere Fotos folgen. Die Videos sind sowohl auf Alex' YouTube-Kanal The Red Coaster Channel als auch auf dem WaghalSIG-YouTube-Kanal verfügbar. Hier geht es zum WaghalSIG-YouTube-Kanal.

Nächste geplante Aktivität: Bodyflying in Wind-o-bona
Ich freue mich immer über Anregungen und über jede/n, der gerne mitkommen möchte!

Eure Gwen

Montag, 27. Juli 2015

Einer-Kajak-Paddeln auf der Alten Donau

WaghalSIG-Spontanaktion

Vergangenen Samstag waren Long aus Vietnam und Gwen auf der Alten Donau paddeln. Herzlichen Dank gilt an dieser Stelle Johanna Hellmayr vom Union Kanu Klub Wien, die uns beaufsichtigt und gecoacht hat!

Ich habe das erste Mal mit dem Rudersport Bekanntschaft geschlossen. Zwar war ich vor zehn Jahren in Oxford punten, das war aber komplett anders: beim Punting steht man aufrecht auf dem Boot und stochert sich mit einer überdimensionalen Metallstange im Fluss vorwärts. Kajak-Einer fahren ist da doch ganz anders.

Johanna hatte spontan angeboten, eine Schnupperstunde im Paddeln abzuhalten, und so sagte ich zu und nahm meinen SIGHT-Gast Long aus Vietnam gleich mit. Wir trafen uns am Steg des Union Kanu Klubs Wien nahe der U1-Station Alte Donau. Unsere Wertsachen durften wir im Klubhaus verstauen. Dort bekamen wir ein hübsches "Neopren-Röckchen", welches, wie wir dann erfuhren, eine Spritzdecke darstellte. Diese zieht man sich in etwa bis zur Taille, um später beim Paddeln nicht nass zu werden. In Schwimmsachen und Gewand, das nass werden darf, sind wir fürs Paddeln bereit.

Unsere Boote sind Wettkampfboote aus Carbon. Sie zeichnen sich durch eine hohe Wendigkeit aus. Wir tragen die Boote zum Wasser. Jeder bekommt außerdem ein doppelseitiges Paddel.

Johanna zeigt uns, wie man einsteigt. Long, ein Naturtalent, ist bald außer Sichtweite und dreht am Wasser seine Runden. Wenig später steige ich in mein Boot. Das ist eine ziemlich wackelige Angelegenheit: Man hält die eine Hand am Steg, die andere hinten an der kreisrunden Öffnung des Kajaks. Nun steigt man ein, fädelt die Füße ein, sodass sie auf den Fußstützen rasten, und setzt sich auf den Kanu-Sitz. Die Beine werden unterhalb der seitlichen "Schienen" des Bootes eingefädelt, was einiges an Geschick voraussetzt. Ich scheitere daran, die Beine ganz einzufädeln. Die Fuß- und Beinfreiheit im Boot ist sehr begrenzt. Trotz eines eingezogenen Schiefers bin ich top motiviert und das Paddelabenteuer kann beginnen.

Zunächst erklärt uns Johanna, wie das Paddel richtig gehalten wird: die Wölbung im Paddel muss zu uns schauen, und die flachere Kante des Paddels soll oben sein. Sie erklärt uns die verschiedenen Schläge. Es gibt einen "normalen" Schlag, um vorwärts zu kommen, einen Rundschlag, mit dem man das Boot drehen kann, einen Zielschlag, mit dem man das Boot schneller drehen kann, und einen Stauschlag, den man zum Beispiel verwenden kann, wenn man bremsen möchte oder aus einem ungünstigen Gebiet rückwärts wegfahren möchte.

Es ist für mich anfangs nicht so einfach, geradeaus zu fahren. Mit der Zeit wird das Gefühl allmählich besser. Wir machen einige Übungen wie zum Beispiel das Wechseln von Vorwärtsfahren zu Rundschlag und Zielschlag, im Kreis drehen mit Rund- und Zielschlag und dergleichen. Das Rudern ist sehr gut, um Arm- und Rumpfmuskulatur zu trainieren. Allmählich merkt man eine leichte Erschöpfung der Arme. Für Triathleten und Schwimmer ist Rudern als Alternative zu Stabi recht gut geeignet.

Zwischendurch lagern wir die Beine hoch, indem wir sie oben auf das Kanu legen bzw seitlich vom Kanu hängen lassen, sodass die Füße gerade noch das Wasser berühren. Wir probieren Sachen aus wie z. B. nur mit den Händen statt mit dem Paddel zu rudern, und lernen, dass das Paddel schwimmt. Links darf man die Hand bewegen, rechts darf man das Paddel nie aus der Hand geben. So kann man in brenzligen Situationen - die es auf der ruhigen Alten Donau nicht gibt, aber man muss ja für das Wildwasser üben - den Kajak besser und schneller steuern.

Wir kombinieren das Rudern mit einem Tratsch, bei dem Johanna unter anderem Wissenswertes über Rennen, das richtige Verhalten im Wildwasser, Eskimo-Rollen usw. erzählt. Long macht mit dem Rudern etwas früher Schluss, um noch ein bisschen schwimmen gehen zu können.

Nach etwa zwei Stunden beende auch ich meine Ruderpartie. Leider habe ich keine Fotos gemacht. Gut is' 'gangen, nix is' g'scheh'n, und es hat sehr viel Spaß gemacht! Jedem, der gerne paddeln gehen möchte, kann ich diese Sportart wärmstens empfehlen.

Ansprechpartner: Union Kanu Klub Wien (Homepage)

Als nächstes Event ist Flying Fox/Sommerrodelbahn in Salzburg am 8.-9.8. geplant. Nähere Infos unter "Termine".
Ich freue mich auf Euch!

Eure Gwen

(*Der Schiefer wurde im Anschluss an das Rudern erfolgreich entfernt.)

Montag, 23. März 2015

Bungee Jumping in Großwilfersdorf

Am 15. März eröffnete das Team von Rupert Hirner die heurige Bungee-Saison mit Gratis-Bungee beim Haas Fertigbauhaus in Großwilfersdorf. Die WaghalSIG durfte sich das natürlich nicht entgehen lassen!

Ivana, Blanka, Raphaela und ich trafen uns bei der U-Bahn Station Handelskai, von wo aus wir in einer Fahrgemeinschaft nach Großwilfersdorf fuhren. Herzlichen Dank an unsere Fahrerin Ivana, die zusätzlich noch alle Mitfahrenden mit einem Café Latte für die Hin- sowie Rückfahrt versorgt hat! Raphaela steuerte Kinder-Schoko-Bons bei. Derart gut versorgt machten wir uns auf den Weg in die Steiermark. Die Fahrt verlief problemlos, wir fanden auf Anhieb hin und suchten uns einen netten Parkplatz.

Zum Glück war - wohl auch wetterbedingt - der Andrang weniger groß als erwartet. Zunächst füllten wir ein Teilnehmerformular aus, das uns über allfällige Risiken aufklärte. Bei Rückenproblemen, vor Kurzem durchgeführten Operationen, Herzproblemen oder anderen gesundheitlichen Bedenken wird Springen nicht empfohlen bzw. geraten, einen Arzt zu konsultieren. Da dies auf uns zum Glück nicht zutraf, stand dem Vergnügen nichts im Wege. Als Nächstes wurden wir alle gewogen. Unsere Masse wurde auf unseren Handrücken mit rotem Filzstift notiert. Im Areal des Bungee-Krans waren ein paar Klappstühle aufgestellt, auf denen die Bungee-Springer Platz nahmen. Fröhliche Musik wurde gespielt und wir genossen die adrenalinschwangere Atmosphäre und paradoxerweise relaxte Stimmung.

Anmeldung zum Bungee-Springen

Das Gewicht wird auf den Handrücken notiert. "T" steht für Tandemsprung.


Wir sahen den Springern vor uns zu. Es ist immer wieder ein spektakulärer Anblick. Zunächst fährt der Springer mit dem Bungee-Team in der Kabine nach oben. Dann wird der Kran ausgerichtet. Sobald sich der Springer bereit fühlt, wird von oben ein Freizeichen gegeben. Der Moderator am Boden zählt den Springer ein: 5, 4, 3, 2, 1 - Bungee! Schon fällt der Springer der Erde entgegen... federt ein bisschen auf und ab, das Seil pendelt aus. Schließlich wird der Springer nach unten gelassen und vom Bungee-Team sanft abgefangen. Zu guter Letzt wird er vom Bungee-Seil getrennt und ihm die Kletterausrüstung abgenommen.

Während des Zusehens wurden wir von den Betreuern mit Bungee-Ausrüstung ausgestattet. Wir bekamen einen Klettergurt mit Karabinern sowie zwei Fußmanschetten. Diese Manschetten gehen in ein Seil über, welches an seinem Ende einen Karabiner hat, mit dem man am Bungee-Seil befestigt wird. Raphaela und ich wollten zunächst gemeinsam einen Tandemsprung absolvieren.

Fröhlich vor dem ersten Sprung: Raphaela und ich in voller Bungee-Montur

Binnen kürzester Zeit waren wir an der Reihe. Wir wurden am Bungee-Seil befestigt und stiegen mit den Betreuern in die Kran-Kabine. Obwohl es für Raphaela der erste Bungee-Sprung war und ich zuvor bereits zwei absolviert hatte, war sie weniger nervös als ich. Trotz meiner bisherigen Sprünge auf der Europabrücke (Innsbruck, AUT) und in Scheveningen (NL) schießt mir das Adrenalin ins Blut, als der Kran in die Höhe bewegt. Während er seine maximale Höhe erreicht und vom Team ausgerichtet wird, gehen mir dieselben Fragen durch den Kopf, die sich in diesen Momenten wohl jeder Springer stellt: Ich bin schon verrückt. Wieso mache ich das hier eigentlich?

Viel mehr Zeit zum Nachdenken ist auch gar nicht. Der Betreuer erklärt uns, wie wir springen sollen. Um nicht mit den Köpfen zusammenzustoßen, umarmen wir uns Wange an Wange. Wir werden seitlich wegspringen. Ich sehe 80 Meter in die Tiefe. Scheiße, ist das hoch!

Schon fragt uns der Betreuer: "Seid ihr bereit?" Wir bejahen. Von unten kommt das Kommando:

Jawohl, Freizeichen is' do, s' geht los mit 5, 4, 3, 2, 1, BUNGEE!

Mit einem kurzen, spitzen Schrei stürzen wir uns in die Tiefe! Das Seil bremst unseren Fall. Wir federn wieder hinauf, fallen wieder nach unten, schreien und lachen vor Freude und Spaß. Wir schwingen am freien Seil, hängen gemütlich in der Luft. Schon werden wir nach unten gelassen und strecken unsere Arme weit aus. Zwei Betreuer schnappen sich je eine Springerin und bringen uns behutsam zurück auf den Boden. Glücklich sitzen wir auf der Erde und werden nun vom Seil gelöst.

Nun sind Blanka und Ivana an der Reihe. Beide haben sich für einen Solo-Sprung entschieden. Auch für Blanka ist es der erste Bungee-Sprung in ihrem Leben. 

Blanka beim Bungee

Nach dem Sprung eilt ein Mitarbeiter zu Hilfe

...und befreit Blanka von ihren Manschetten

Sehr tapfer! Da Blanka ein bisschen unwohl war, beließ sie es bei einem Sprung. Nächstes Mal möchte sie vielleicht auch öfter springen.
Als Nächstes war Ivana an der Reihe. Sie war vor Ewigkeiten schon einmal gesprungen. Auch sie hat die Herausforderung bravourös gemeistert!

Ivana betritt den Kran. Auf geht's!

Mit dem Kran unterwegs in luftige Höhen

Ivana in Action

...und kurz vor dem Landen am Boden.

Raphaela ist vom Bungee so begeistert, dass sie in Summe gleich dreimal springt. Sie lässt dem Tandem-Sprung noch zwei Solo-Sprünge folgen. Die Ausrüstung lässt sie gleich an. Ein Formular muss erneut ausgefüllt werden, das Tandem-T wird durchgestrichen, und schon geht es wieder auf den Kran, nur diesmal allein. Ich überlege noch und brauche etwas mehr Zeit, vom Adrenalin wieder runterzukommen, bin aber auch in großer Versuchung, zumindest noch einmal zu springen.

Raphaela bei ihrem zweiten Sprung

Raphaela gefällt auch das Solo-Springen ausgezeichnet. Die Herausforderung ist größer und das Gefühl ganz anders, da man sich alleine überwinden muss, zu springen. Außerdem sieht man direkt ins Nichts hinab, während man beim Tandem-Sprung weniger von der Landschaft unter einem sieht, da man ja zur Seite weg hüpft. Schließlich entscheide ich mich ebenfalls, nochmals zu springen. In der Zwischenzeit wurde das Wetter etwas freundlicher und die Sonne brach durch die Wolkendecke durch.

Obwohl ich bereits einen Sprung in den Knochen habe, bin ich beim zweiten Sprung wieder nervös und sogar noch etwas aufgeregter als beim ersten. Wie beim ersten Sprung sagt mir jemand vom Team, was ich zu tun habe. Ich schaue nach unten. Die Nervosität steigt. Das Gewicht des Bungee-Seils zerrt bereits etwas an meinen Füßen. Der Mitarbeiter erklärt mir ruhig alle Schritte. Aufgeregt führe ich einen kleinen Monolog: "Ich bin so nervös! Ich scheiß mich an! Aber genau darum mach ich's ja!" und lache aufgeregt-nervös.
Jetzt geht's los. Das Seil vor der Krankabine wird entfernt. Mich trennt nichts mehr vom Abgrund. Ich höre das Bungee-Kommando. Jetzt muss ich hüpfen! 5, 4, 3, 2, 1... BUNGEE!! und ich springe! Schreie. Fliege. Falle. Ein Ruck. Ich fliege bergauf. Falle. Fliege bergauf. Falle. Das Seil pendelt langsam aus. Durch mein Körpergewicht spüre ich einen Zug an meinen Fußmanschetten. Ich ziehe mich am Seil soweit hinauf, dass mein Kopf nach oben schaut.

Mein Solo-Sprung: Ich springe...

... und hänge ganz allein am Seil.

Bald eilt mir ein Mitarbeiter von Rupert Hirner zur Seite, fängt mich auf und befreit mich von meiner Garnitur. 
Nun fühle ich mich erst so richtig glücklich. Selige Erleichterung macht sich in mir breit, die Endorphine rauschen fröhlich durch meine Blutbahn. Ich bin fröhlich, stolz auf mich und sehr glücklich. Froh, es geschafft zu haben, gleich beim ersten Mal auf Kommando zu hüpfen. Es ist ein herrliches Gefühl, die Überwindung wieder einmal gemeistert zu haben!

Raphi tritt nun zu ihrem dritten Bungee-Sprung an. Besonders fein ist, dass man im Kran auch als Passagier mitfahren darf, was ich, ausgerüstet mit meinem Fotoapparat, sofort ausnütze. Ich werde zuvor noch ordnungsgemäß mit Karabiner eingehakt, um sicherzugehen, dass ich nicht jetzt ohne Seil auf die Idee komme, mich in die Tiefe zu stürzen.

Vor der Abfahrt: Raphaela und drei Bungee-Profis steigen in den Kran

Ein Mitarbeiter setzte sich oben auf den Kran, um Fotos zu schießen.

Besonders schön finde ich, dass man als Kranpassagier den Blick in die Landschaft ganz ohne Adrenalinkick genießen kann.

Das wunderschöne Großwilfersdorf

Raphaela glücklich vor dem Sprung

Ansichten von Großwilfersdorf

Ein Teil der Seiltechnik

Gut gesichert für den Sprung

Glückliche Stimmung unmittelbar vor dem Absprung

...und weg war sie...

Nach unseren Sprüngen machten wir uns auf den Heimweg, aßen unterwegs zu Mittag und trafen danach Maja in der Millenium City, um ihr von unseren Erlebnissen zu erzählen. Bei Kaffee und Eis ließen wir den schönen Sonntag ausklingen.

Die tapferen Bungeemädels: Gwen, Raphaela, Ivana und Blanka

Raphaela bei ihrem 3. Sprung

Das Bungee-Team von Rupert Hirner mit Raphaela

Raphaela beweist: Bungeejumping macht glücklich!

Als Nächstes plant die WaghalSIG einen Ausflug zu Flying Fox XXL in Leogang. Mit 143 m Höhe, 1,6 km Länge und 140 km/h Spitzengeschwindigkeit handelt es sich hierbei um eine der größten Flying Fox-Anlagen Europas. Geplant ist ein Wochenende im Mai. Für die Gestressteren unter uns gibt es die Möglichkeit, nur am Tag der Flying Fox-Fahrt teilzunehmen. Bei Interesse bitte ich um Teilnahme am Doodle: http://doodle.com/vdqt5rqcmqyra2at

Weiters in Planung sind ein Besuch bei der Anlage Wind-o-bona (Wien), ein erneuter Besuch des Spider Rock (Wien) sowie Paragleiten auf der Gerlitzen (Kärnten). Alle Termine, Neuigkeiten  sowie Informationen zur Anmeldung werden über die Facebook-Gruppe von Mensa Österreich bzw. auf dem Blog http://waghal-sig.blogspot.com bekanntgegeben.

Ich freue mich auf Euer Kommen!
Liebe Grüße

Eure Gwen

Samstag, 7. März 2015

Winterschwimmen in der Neuen Donau

Die Auftaktveranstaltung der WaghalSIG 2015 war das Vollmond-Winterschwimmen am 5. 1. 2015 an der Neuen Donau. Nachdem ich ja bereits beim 1. Vollmondschwimmen dabei sein wollte, es aber verpasst hatte, sollte es nun diesmal soweit sein. Zufälligerweise war beim 2. Vollmondschwimmen auch ein Kamerateam von W24 dabei.

Die Veranstaltung wurde vom Extremschwimmer Josef Köberl durchgeführt. Er hatte mich auf Facebook zum Event eingeladen. Spontan verabredete ich mich mit meiner Freundin Julia, die zusehen und mich unterstützen kommen würde.

Im Vorfeld bekamen wir über Facebook von Josef noch letzte Tipps: Unmittelbar vorher keine warmen Getränke konsumieren, normal essen. Gegen 21:00 packte ich meine Siebensachen, um für den Event vorbereitet zu sein. Ich zog mir den Badeanzug an, darüber normales Gewand. Im Gepäck: Handtuch, Schiunterwäsche, Pullover, Stirnband/Kopftuch, Schwimmbrille, Schwimmhaube, Banane, zwei Müsliriegel, Vitamin C-Bombe (Orangensaft) für unmittelbar danach.

Auf der Anreise stimmte ich mich musikalisch auf das Event ein. (Grauzone - Eisbär) Schon beim Verlassen der Wohnung war mir kalt. Es war windig. Innerer Monolog: Gwen, du spinnst. Gehst du heute wirklich schwimmen? Ich entschied, hinzufahren. Ich konnte es mir ja immer noch überlegen. 

Treffpunkt war Am Rollerdamm, ganz in der Nähe der U6-Station Neue Donau. Da Josef eine Taschenlampe mithatte, konnte man die Gruppe sofort finden. 18 Schwimmer und ein paar Schaulustige hatten sich versammelt. Wir plauderten ein bisschen. Josef informierte mich, dass das Wasser 5 Grad hat. Julia und ich unterhielten uns lebhaft. 

Ein spektakuläres Feuerwerk läutete das Winterschwimmen ein. Josef hielt eine kurze Ansprache, in der er wichtige Anweisungen gab. Vor allem für jene, die so wie ich das erste Mal im kalten Wasser schwimmen gehen wollten, waren diese Informationen sehr wichtig.

Danach ging es auch schon ans Eingemachte. Alle Schwimmer zogen sich um. Ich fing mit den Socken an. Erste Erkenntnis: Der Boden war saukalt. Alle weiteren Schichten wurden abgelegt, zunächst oben, dann setzte ich mir meine Kiwi-Badehaube und die Schwimmbrille auf. Nachdem ich aus meiner Jeans geschlüpft war, konnte das Abenteuer beginnen. Nun war es wirklich kalt. Der Wind blies, und im Badeanzug waren -2 Grad Lufttemperatur relativ ungemütlich.

Kurz darauf sagte Josef total relaxed, So, dann geh' ma moi eini ... Ich dachte mir: Naja, schau ma mal... Meine Füße waren von der Kälte des Bodens bereits etwas betäubt. Ich stieg zunächst nur mit den Füßen ins Wasser und kurz darauf mit den Wadeln. Das war nicht so kalt wie erwartet und relativ gut aushaltbar. Josef gab uns Tipps und eine Anleitung. Relativ bald stand ich bereits mit den Oberschenkeln im Wasser. Wichtig war, langsam zu atmen, um nicht zu hyperventilieren. Ich war sehr aufgeregt. Der Puls steigt an, wenn man ins kalte Wasser steigt. Ich habe mich darauf konzentriert, ruhig zu atmen. Josef meinte, ich könne mal probieren, die Arme ins Wasser zu tauchen. Gesagt, getan - und auf einmal war ich schon komplett im Wasser! 
Den Kopf tauchte ich nicht unter Wasser. Ich machte ein, zwei Brusttempi im Wasser. Danach reichte es mir - so wahnsinnig gemütlich war es dann doch wieder nicht - und ich beschloss, wieder rauszugehen.

Für den Außenstehenden mag das komisch ausgesehen haben, denn aus meiner Triathlonerfahrung heraus bin ich einfach auf Nummer sicher gegangen und auf allen Vieren aus dem Wasser gekrochen. Haha. Aber nicht etwa, weil ich so am Sand gewesen wäre - es ist einfach die sicherste Fortbewegungsmethode. Kurz darauf kam bereits Julia angerannt und wickelte mich in das große Handtuch ein, welches sie mitgenommen hatte. Ich bin sehr dankbar dafür! Große Handtücher sind definitiv ein Vorteil.

Gemeinsam gingen wir vom Strand zurück auf die Wiese, welche wir zum Umziehen verwendet hatten. Der Wind trocknete mich in der Zwischenzeit bereits halb ab. Zunächst setzte ich eine Mütze auf. Danach schlüpfte ich Schicht für Schicht in warme Oberkleidung. Anschließend zog ich mir meine Unterhose und Jeans wieder an, wobei mir Julia beim Anziehen der Jeans half, da meine Koordination etwas beeinträchtigt war - in etwa so, wie man nach dem Schwimmen im Triathlon beim Neo-Umziehen zittrige bzw. klamme Finger hat. Sie zog mir auch meine Socken an. Ich hatte überhaupt kein Gefühl mehr in den Füßen, sie waren richtiggehend taub, d.h., die Kälte schmerzte etwas. Nachdem das geschafft war, schlüpfte ich in die Schuhe, allerdings ohne sie zu binden - das war mit klammen Fingern nicht so einfach und außerdem gerade unwichtig.

Zu guter Letzt bekam ich noch eine tolle Urkunde überreicht. Meinen Namen musste ich selber einsetzen. Er ist auf der Urkunde zwar durchaus erkennbar, aber man sieht, dass meine Koordination von der Kälte noch leicht beeinträchtigt war.

Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle auch bei der lieben Mitschwimmerin, die uns mit Marzipankuchen versorgt hat!

Nach einem netten Tratsch mit Josef und Albert gingen Julia und ich zur U-Bahn. Auf dem Weg dorthin wurden durch das Gehen langsam meine Füße wieder durchblutet und erreichten langsam wieder Normaltemperatur. Meine Hände tauten erst bei Julia bei einer Tasse Tee wieder auf. Dadurch, dass ich gut eingepackt war, war mir am ganzen restlichen Körper aber sofort nach dem Schwimmen wieder warm.

Fazit: Es war eine super Veranstaltung und ich komme das nächste Mal garantiert wieder!
Fotos: Julia Böhm

Fröhlich vor dem Schwimmen

Wir trauen uns ins Wasser... Im Hintergrund der Millenium Tower

Hier sieht man, wie ich aus dem Wasser krieche...

Glücklich mit Zertifikat in der U-Bahn

Hier geht es zum Bericht von W24. Man achte auf die Dame in der grünen Badehaube ;-) Ab 1:21 sieht man mich ins Wasser gehen und ab 1:53 sieht man mich aus dem Wasser kriechen. Ich bedanke mich herzlich bei W24 für den Bericht!

Dienstag, 30. Dezember 2014

Rennbobfahren in Innsbruck und Jahresrückblick

Rennbobfahren in Innsbruck

Am 20. 12. traf sich die WaghalSIG zum Rennbobfahren in der Olympiaworld Innsbruck. 

Da Christine leider kurzfristig ausfiel, stellte sich Fabian als Ersatzfahrer zur Verfügung. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals bei Christine für das Spendieren ihrer Bahntickets und Bobfahrt an Fabian herzlich bedanken!

Gegen 10 Uhr trafen sich die tapferen Bobfahrer Raphaela, Fabian, Alex und Gwen in Wien Westbahnhof. Da es sich um einen sehr starken Reisetag handelte und wir keine Plätze reserviert hatten, war bereits die Organisation der Plätze mit Adrenalin verbunden! Hier ein kurzer Auszug der Facebook-Dialoge, die sich vor dem Einstieg abspielten:

Alex: Guten Morgen, Reservierung leider nicht erfolgreich, habe es die ganze Nacht probiert.
Raphaela: Bin erst unterwegs, bitte für mich einen Platz besetzen!
Alex: Bahnsteig 8 RED Bull Zug
Raphaela: Wie schaut es aus im Zug?
Alex: Bin gerade im Zug und suche schon! Brauche Verstärkung im Wagen 33!
Fabian: Vorne hinten?
Raphaela: Bin in zehn Minuten da!
Alex: Hinten. Steht an der Tür 4. Wagen.
Raphaela: Boah spannend ist das hier!
Alex: Alles okay, kommt in den Wagen 33! Haben zwei Plätze für euch Damen. Plätze 85 87 .
Zum Glück hatten wir vier nebeneinanderliegende Plätze reservieren können! Nun machten wir es uns gemütlich und hatten eine angenehme Anreise nach Innsbruck.

In Innsbruck wurden wir mit Sonnenschein und einem strahlend blauen Himmel empfangen. Wir entschieden uns, mit dem Bus nach Igls zu fahren. Da wir den Bus zur Olympiaworld um eine Minute (!) verpassten, nahmen wir den nächsten Bus in dieselbe Richtung mit Endstation Patscherkofelbahn und beschlossen, die restliche Strecke zu Fuß zu gehen. Zum Glück war die leichte Verspätung kein Problem.

Nach einer gemütlichen Wanderung von der Endstation der Patscherkofelbahn bis zur Talstation der Bobbahn, bei der wir die herrliche Abendstimmung und den Ausblick auf die Innsbrucker Bergwelt genossen, meldeten wir uns für das Bobfahren an.

Panorama mit Patscherkofelbahn

Wunderschöne Abendstimmung

Wir hatten noch kurz Zeit, um uns im Bobbahn-Café seelisch auf die Fahrt vorzubereiten. Wenig später begrüßte Sabine, eine Trainerin für Nachwuchsfahrer, die Bobfahrgäste und stellte beim gemeinsamen Spaziergang zum Viererbob-Start die Rennstrecke und ihre Besonderheiten vor.

Die Bobbahn mit Zielhaus

Ein Profi auf einer Übungsfahrt. Im Hintergrund die wunderschöne Bergwelt


Hier sieht man schön die beachtliche Neigung der Bahn.

Ein Ausschnitt des Kreisels.

Blick auf die Bahn und den Kreisel

Im Ziel befindet sich der Auslauf. Hier verläuft die Bahn steil nach oben, damit die Bobfahrer gut abbremsen können. Kurz davor sind zwei Schlenker nach rechts bzw. links, welche "Labyrinth" genannt werden. 
Eine der vielen Kurven sticht besonders hervor, da es sich um eine sehr langgezogene Kurve handelt, bei der man auf einer langen Geraden dahinschießt. Diese Kurve ist eine der größten technischen Herausforderungen der Rennstrecke.
Ungefähr auf mittlerer Strecke sehen wir zunächst den Kinderstart sowie anschließend den Damenstart, von dem aus u. a. auch die Männer-Zweierrodler starten.
Etwas weiter oben befindet sich der Kreisel. Am Anfang des Kreisels durchfährt man eine Kompression. Hier wirken bis zu 4 g. Man legt einen Winkel von 240° zurück. Ab dem Kreisel hat man ein flottes Fahrttempo.
Oberhalb des Kreisels begutachten wir ein paar gemütlichere Kurven, in denen der Bob Fahrt aufnimmt und wir uns eingewöhnen können.

Schließlich sind wir am Start angelangt. Hier starten u. a. Skeletonfahrer und Viererbobteams. Die Nervosität steigt langsam. 14 Fahrten stehen insgesamt am Programm. Raphaela und Fabian sind als 9., Alex und ich als 10. an der Reihe.
Nahe des überdachten Starts befindet sich ein mehrstöckiges Haus, in dem u. a. die vor adrenalinreichen Tätigkeiten sehr wichtigen Toiletten zu finden sind. ;-)




Wir beobachten den Startvorgang und machen uns selbst startbereit. Zwei Rennbobs stehen zur Verfügung, die von zwei erfahrenen Piloten gesteuert werden. Hinter je zwei Gästen nimmt ein Bremser Platz, welcher den Bob im Ziel sicher zum Stillstand bringt.
Die Rennbobs werden mit einem LKW vom Ziel zum Start befördert. Anschließend schieben die beiden Piloten die Bobs über schwarze Plastikmatten zum Start. Fabian und Alex helfen sehr fleißig beim Schieben mit! 
Die Gäste bekommen hübsche weiße Stoffhäubchen, wie man sie aus der Lebensmittelindustrie kennt. Die Wertsachen werden entweder im Bob mitgenommen oder mittels LKW zum Ziel geschickt. Nun müssen die Passagiere Helme aufsetzen.
Der Start verläuft nicht so hektisch wie bei professionellen Bobfahrern: Anstatt neben dem Bob mitzulaufen und hineinzuspringen, nehmen alle gemütlich Platz. Zunächst steigt der Bremser in der hintersten Position ein. Dem Gast auf Position 3 folgt der Gast auf Position 2. Zuletzt steigt der Pilot ein. 

Wenn sich niemand auf der Bahn befindet, wird der Start von der verantwortlichen Person im Zielhaus mit Ansage freigegeben. Aus Sicherheitsgründen ertönt ein akustisches Signal, und die Ampel schaltet auf Grün. Der Start hat innerhalb von 60 Sekunden zu erfolgen. Da der Start komplett eben ist, schiebt Sabine den Bob von hinten an - die Fahrt kann losgehen!

Langsam, aber sicher steigt das Adrenalin und das Kältegefühl. Die Bahn wird gut gekühlt, wodurch einem mit der Zeit recht kalt wird. 

Zwischendurch zeigt uns Sabine eine Kinder-Skeleton-Rodel, welche in etwa so schwer ist wie ein Kind im Alter von 8-10 Jahren. Zu meiner Überraschung lernen wir, dass Skeleton die ungefährlichste aller Rodelarten ist, weil man sehr gut lenken kann und es nicht zu bösen Stürzen kommen kann.

Schließlich ist es soweit: Fabian und Raphaela sind an der Reihe! Hier sieht man ihren Start, den Alex mit seiner GoPro mitgefilmt hat.

Die tapferen Bobfahrer Raphi und Fabian

Kurz vor dem Start

Danach sind Alex und ich an der Reihe. Nach etwas Hin und Her darf Alex auf eigene Verantwortung seine GoPro, welche auf einem Motorradhelm fest montiert ist, mitnehmen. Wir setzen uns in den Bob. Es ist recht kuschelig. Wir befolgen die Anweisungen des Piloten. Walter Delle-Karth sagt mir, wie ich mich am besten hinsetze. Vor mir befinden sich Haltegriffe, an denen ich mich während der Fahrt anhalte. Unser Pilot nimmt Platz - und es geht los!

Wir setzen die Helme auf...
 
...Alex steigt ein...

...Gwen steigt ein...

...und setzt sich hin...

...Unser Pilot steigt ein...

...los geht's!

Der Bob setzt sich in Bewegung. Ich versuche, die Aussicht zu genießen und nicht zu oft dem Vordermann ins Genick zu starren, was mir nur teilweise gelingt. Rasch gewinnen wir an Fahrt. Im Kreisel spüre ich die Kompression und werde nach unten gedrückt - es ist mir nicht gelungen, mich aufrecht zu halten. Wir erreichen 119 km/h! Nach ein paar weiteren Kurven und dem Labyrinth zum Abschluss haben wir es geschafft - wir haben den Kanal überlebt! Alex hat die Fahrt hier dokumentiert.

Nach der Fahrt erhalten wir eine Urkunde. Raphaela und Fabi haben die drittschnellste Zeit aller 14 Gästebobs, Alex und ich waren die Zweitschnellsten. Beim gemütlichen Zusammensitzen im Bobcafé bauen wir das Adrenalin langsam ab. Unser Pilot spendiert den zwei Jungs für ihre tatkräftige Mithilfe ein Bier. Wir unterhalten uns über die Wok-WM von Stefan Raab, die im kommenden Frühjahr wieder in Igls gastiert, das Bobfahren, die Geschichte der Bobbahn usw. Der Bob wird mit Seilzug gesteuert. Beim Steuern ist es wichtig, dem Bob etwas "Spiel" zu geben und sich nicht zu verkrampfen.

 Etwas später fahren wir zurück zum Stadtzentrum, wo wir meinen Kollegen Tobias treffen und uns mit Punsch und einem Kiachal mit Sauerkraut (Tiroler Gericht aus Germteig) stärken. Gemeinsam spazieren wir vom Goldenen Dachl bis zum Bahnhof, wo sich Fabian, Alex und ich von Raphaela, welche einen Tag in Innsbruck anhängt, und Tobias verabschieden, ehe wir zu unserem Railjet hechten und diesen gerade noch erwischen. Auch die Rückfahrt ist angenehm und kurzweilig. Um 00:30 kommen wir in Wien Westbahnhof an und beschließen: Das nächste Mal probieren wir Skeleton! ;-)

Alle, die jetzt Interesse bekommen haben, das Bobfahren selber auszuprobieren, können eine Fahrt bei Knauseder Event Concept oder etwas günstiger direkt bei der Olympiaworld Innsbruck buchen. Für weitere Informationen stehe ich gerne zur Verfügung!

Jahresrückblick 2014

Die Organisation der WaghalSIG ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Da ich heuer in Bezug auf mein Studium recht viel zu tun hatte und die Planung tendenziell recht zeitintensiv ist, konnte ich leider nur drei Veranstaltungen auf die Beine stellen. Über eine/n StellvertreterIn würde ich mich sehr freuen! Ich möchte die WaghalSIG sehr gerne weiterführen und auch im kommenden Jahr einige Veranstaltungen organisieren. 
Eine allgemeine Herausforderung für SIGs ist es, Personen für Aktivitäten außerhalb Wiens zu begeistern und zu mobilisieren. Es ist mir ein Anliegen, die WaghalSIG noch stärker überregional zu machen und Mensaner aus allen Bundesländern stärker einzubinden.

Hier die Teilnehmerzahlen der heurigen Veranstaltungen:

Rafting & Canyoning ... 2
Flying Fox                  ... 5
Rennbobfahren           ... 3

Im kommenden Jahr würde ich gerne zumindest folgende Veranstaltungen organisieren:

Paragleiten auf der Gerlitzen
Flying Fox XXL in Leogang
Wind-o-bona in Wien

Ich freue mich immer über weitere Ideen, eure Teilnahme und/oder Mithilfe bei der Planung!
Die aktuellen Termine sind wie immer auf der Homepage http://waghal-sig.blogspot.com unter "Termine" bzw. in der Facebookgruppe "Mensa Österreich" zu finden und werden im Normalfall auch per e-mail an alle Interessenten ausgeschickt.
Ideen, Anfragen, Wünsche und dergleichen bitte an: quaksi4@gmail.com oder waghalsig@mensa.at

Ich freue mich auf ein adrenalinreiches Jahr 2015!

Eure Gwen